Die GTÜ nimmt Bezug auf die aktuellen Presseveröffentlichungen zum Thema „Aussetzung der Akkreditierung von Überwachungsorganisationen“ und teilt Ihnen dazu folgendes mit:

Die Problematik ist den Länderaufsichtsbehörden und dem Verordnungsgeber bekannt und diese arbeiten inzwischen intensiv daran, eine Übergangslösung und eine dauerhafte Lösung für alle Prüforganisationen zu erarbeiten. Die GTÜ ist mit allen Beteiligten auf juristischer Ebene und auf Ebene der Technischen Leiter bzw. Geschäftsführer in engem Kontakt.

Die GTÜ verfügt, unverändert über eine bestandskräftige und rechtmäßige Anerkennung als Überwachungsorganisation und darf damit gültige Haupt- und Abgasuntersuchungen durchführen. Es besteht keine Veranlassung, dass sie als Büroinhaber und Prüfingenieur Bedenken wegen einer Fortführung der Prüftätigkeit über den 01.01.2016 hinaus haben müssen.

Hintergrund:


Die GTÜ muss – wie alle anderen Überwachungsorganisationen – seit 2010 als Anerkennungsvoraussetzung gemäß Anlage VIIIb StVZO eine Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17020 vorhalten. Wir haben in der Vergangenheit alle DAkkS-Auditierungen erfolgreich bestanden. Verbesserungspotential und einzelne Abweichungen wurden primär im Bereich „Prüfmittel“ festgestellt.

Die vorliegende Aussetzung der Akkreditierung bei der GTÜ und allen Mitbewerbern beruht auf der Tatsache, dass die von uns erfüllten nationalen gesetzlichen Anforderungen allein nicht ausreichen, die zusätzlichen internationalen Anforderungen gemäß DIN EN ISO/IEC 17020 bzw. 17025 und damit des zugehörigen DAkkS-Merkblatts zu erfüllen. Es handelt sich also um eine formalrechtliche und keine technische Problematik. Wir sollen z.B. bezüglich der Rückführbarkeit und der Ausgestaltung von Kalibriernachweisen bzw. Eichscheinen Anforderungen erfüllen, die wir nach geltender Rechtslage nicht erfüllen können.

Dies zeigt sich darin, dass auf bestimmten Messmitteln wie z.B. Manometern nach der Prüfung zwar Eichmarken angebracht werden, jedoch keine rückführbaren Kalibrier- oder Eichscheine nebst Messunsicherheitsbetrachtung nach europäischem Normenwerk beigefügt sind.

Diese Problematik lässt sich für die Überwachungsorganisationen derzeit alleine nicht lösen, da wir naturgemäß weder gegenüber den Eichbehörden noch den Prüfgeräteherstellern bzw. deren Sachkundigen für Stückprüfungen noch dem BMVI oder der DAKKS gegenüber weisungsbefugt sind.

Wir wünschen Ihnen dennoch ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches Jahr 2016.